Utopisch? Ja, gerne!

27.08.2018

Die Einladung kam zur rechten Zeit: Gerade als ich bei meinen Recherchen – zum anhaltenden Insektensterben, zur Unmöglichkeit, den Einsatz von Agrarchemie endlich mal wirkungsvoll zu beschränken – in Resignation versank, gerade in dieser Stimmung hat mich die Leuphana-Universität Lüneburg zur großen Utopie-Konferenz eingeladen. Mit Richard David Precht und 300 engagierten Weltverbesserern aus der Zivilgesellschaft und 300 Studierenden aus ganz Deutschland, die es besser machen wollen in Zukunft.

In meinem Workshop habe ich meinen alten Wunsch – aus meinem Buch Die Wegwerfkuh – vorgestellt: Einen Bauernhof für jede Schule! Als außerschulischen Lernort, der das Lernen spannender macht und als Ort der Versorgung und als Ort, an dem die Kluft zwischen Konsumenten und Produzenten aufgehoben wird. Und als ganz viel mehr natürlich.

Thomas Vogel war dabei, der Pädagoge, der gerade ein Buch über das rechte Maß geschrieben hat und findet, dass meine Bauernhofschul ein Ort wäre, an dem das zu lernen sei. Und der ehemalige Landwirt Hans Stallkamp, der früher einmal 100 000 Hähnchen in seinem Stall bei Osnabrück hatte und von seinen Kindern gelernt hat, dass das keine gute Art der Landwirtschat ist, mit immer mehr Druck immer mehr für immer weniger Geld produzieren zu müssen. Jetzt plant er, seine Flächen dem Hof Pente zur Verfügung zu stellen – der realisiert hat, wovon ich träume: solidarische Landwirtschaft, Kindergarten und Schule auf einem Bauernhof.

Im Workshop in Lüneburg haben Praktiker und Utopisten aus ganz vielen Bereichen von Tierrechten zur Pädagogik, von der Gesundheit zur solidarischen Landwirtgschaft – über die Bauernhofschule diskutiert, und die Ideen später in die gesamte Konferenz getragen.

Hier sieht man, was dabei gedacht, entworfen, utopiert und gewünscht wurde! Ich würde mich freuen, wenn daraus wirklich Bauernhofschulen würden!

© Vanessa Ternes (Bild oben) und Vera Kaesemann (Bilder unten)